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Erdhäuser

aanzicht oostgevel eerste huizenblokHier ist kurz und bündig beschrieben, was ein Erdhaus ausmacht. Die Eigenschaften im Überblick:

  • Extrem niedriger Energieverbrauch
  • Eigene Wasserversorgung und -aufbereitung
  • Zein Anschluss an Kanalisation notwendig
  • Sehr niedrige Baukosten
  • Erstklassige Energieleistung
  • Gute Einfügung in Landschaft

All diese Merkmale treffen auf die ca. 1000 Earthships zu, die weltweit zum Teil schon 35 Jahre
lang zur Zufriedenheit seiner Bewohner und der lokalen Behörden beitragen. Das Baukonzept hat
in technischer Hinsicht die Pioniersphase bereits hinter sich gelassen. Für niederländische Begriffe mag das Konzept zwar neu sein, um ein Experiment handelt es sich aber keineswegs. Auf alle denkbaren Fragen in Bezug auf Technik, Konstruktion und Sicherheit gibt es Antworten, die durch Forschungsergebnisse und jahrelange praktische Bau- und Wohnerfahrung belegbar sind.

Mehr Informationen zum Baukonzept von Earthships, zu technischen Daten und Fotos sind unter anderem auf www.earthship.net zu finden, auf der Website des Architekten Michael Reynolds.


1. Energieverbrauch und thermische Masse

Heizkosten machen den Großteil der Energiekosten in konventionellen Häusern aus. Auf Erdhäuser triftt dies auf Grund der Konstruktion nicht zu.

Das Hauptaugenmerk des Konzepts liegt auf einer optimalen Nutzung der thermischen Masse, wodurch die Innenraumtemperatur stabilisiert wird und das ganze Jahr hindurch, ohne zu heizen, um die 15°C beträgt.

Dies wird unter anderem dadurch erreicht, dass die gesamte Südseite der Häuser aus einer
Glasveranda besteht und um die übrigen drei Außenwände ein massiver Erdwall aufgeschüttet wird.
Die tragenden Auβenwände bestehen aus gebrauchten Autoreifen, die mit festgestampfter Erde aufgefüllt werden. Ein Unterschied zum Earthship-Konzept ist, dass man in Olst auch unter dem Fußboden eine Isolationsschicht anbringen möchte. Im Winter kann im Bedarfsfall mit Hilfe von energiesparsamen Holzöfen zusätzlich geheizt werden. Der Elektroenergiebedarf der Bewohner wird zum Groβteil von Solaranlagen gedeckt.

2. Wasserversorgung und /-aufbereitung

Erdhäuser sind so konzipiert, dass sie in keinerlei Hinsicht umweltbelastende Wirkung auf ihre Umgebung haben. Sie sind nicht nur CO2-neutral, sondern ermöglichen auch eine vollständig autonome Grundwasseraufbereitung. Das Grundwasser wird heraufgepumpt und in einem Filtersystem gereinigt, sodass es als Trinkwasser geeignet.

Im Moment arbeiten die Gemeinde und die Wasserbehörde zusammen, um zu prüfen, wie die Frage der Abfallwasserreinigung am besten gelöst werden kann.

3. Baukosten

Die Baukosten eines Erdhauses sind etwas niedriger als die im herkömmlichen Hausbau. Ökologisch verantwortungsvoller Hausbau ist also für prinzipiell alle Einkommenschichten ein leistbares Unterfangen.

Die niedrigeren Baukosten entstehen durch drei Faktoren:

Wiederverwertung von Materialien

altÜbereinandergestapelte, mit Erde aufgefüllte Autoreifen bilden die tragenden Wände; nicht-tragende Wände können mit leeren Flaschen, (Alu-)Dosen oder anderen nicht-biologisch abbaubaren Abfallstoffen aufgebaut werden. Die anzubringenden Isolationsschichten bestehen ebenfalls aus umsonst erhältlichem Recyclingmaterial (z.B. aus Plastikbechern). Andere Baumaterialien können bei ansässigen Abrissfirmen bezogen werden.

 

 

 

Verwertung von vor Ort verfügbaren Materialien

Übrige Baumaterialien erhalten wir, wenn möglich, direkt von der Baustelle; es handelt sich dabei insbesonders um Erde, die für die Konstruktion und Fertigstellung der Mauern benötigt wird. Aber auch bei nicht vor Ort verfgügbaren Materialien wird der Transportweg so kurz wie möglich gehalten. Man denke in diesem Zusammenhang beispielsweise an die Verwendung einheimischer Holzarten.

Einsatz von Freiwilligen

alt

Der weltweite Bau von Erdhäusern besitzt auf begeisterte Freiwillige eine große Anziehungskraft.
Das wirkt sich daher auch günstig auf die Arbeitskosten aus. In Europa kann man mit einer relativ beträchtlichen Anzahl an  Interessierten rechnen, die in sogenannten “Baupraktika” lernen möchten, wie sie selbst ein Erdhaus bauen können.

Dass Erdhäuser nicht viel günstiger sind als herkömmlich gebaute Häuser, liegt an den höheren Installationskosten für z.B. Solaranlagen und Pflanzenkläranlagen, die einen bedeutenden Teil der Baukosten ausmachen. Die Fixkosten für die Bewohner sind auf der anderen Seite jedoch viel niedriger als in herkömmlichen Häusern.

4.Energieleistung / Umweltbelastung

Vom Niederländischen Institut für Baubiologie und Ökologie (NIBE: Nederlands Instituut
voor Bouwbiologie en Ecologie) wurde die Umweltbelastung eines Erdhauses im Vergleich
zu herkömmlichen Wohnhäusern berechnet. Dies geschah mit dem vom niederländichen
Umweltministerium verwendeten Programm GreenCalc. Das Resultat zeigte, dass ein Erdhauses 9x weniger Umweltbelastung darstellt. Dies ist zugleich das beste Resultat, das einem Baukonzept jemals zuerkannt wurde.

5. Einfügung in Landschaft

buitenkant

Da Erdhäuser an drei Seiten von einem Erdwall umgeben sind, fügen sie sich nahezu perfekt in die Landschaft ein. Passanten, die sich einem Erdhaus aus dem Norden, Osten und/oder Westen nähern, werden dieses allenfalls als Hügel in der Landschaft wahrnehmen.

Eine Erdhaussiedlung fungiert als Übergang zwischen Stadt und Land.

Zuletzt aktualisiert am Sep152011